Pyhä-Häkki Nationalpark
Hei, Sophia hier, heute schreibe ich mal wieder Blog! Willkommen im schönsten Nationalpark Finnlands, dem Pyhä-Häkki Nationalpark! Der in Mittelfinnland in der kleinen Gemeinde Saarijärvi gelegene Park zählt zu den einzigartigsten seiner Art. Er umfasst ca. 12 Quadratkilometer, und besteht hauptsächlich aus Wald und Moor.

Pünktlich um halb 11 hatten wir unsere Sachen in Joutsa zusammengepackt, und sind losgefahren. Gerade noch rechtzeitig, denn auf der Landstraße befanden wir uns schon mitten im strömenden Regen. Aber als wir in Saarijärvi ankamen, um uns nochmal eine kleine Stärkung zu gönnen, hat er schon wieder aufgehört. Ich muss dazusagen, auch das „schlechte“ Wetter kann der wunderschönen finnischen Landschaft nicht im geringsten etwas anhaben. Oben angekommen, wir staunen, der Parkplatz war völlig leer. Na dann angezogen, zusammengepackt, und los geht’s!
Wir haben uns für den kompletten Rundgang mit ca. 6,4km entschieden, anstatt die Abkürzung mit nur 3km zu nehmen. Wir wollten ja auch möglichst alles sehen. Ein kleines Häuschen steht am Eingang, in dem man Informationen über die Flora und Fauna des Urwaldes findet. Dann geht es schon mitten in den Wald hinein.
Man wandert zum Großteil auf natürlichem Waldboden. Über Stock und Stein, Hügel rauf, Hügel runter, kleine Pfütze hier, große Pfütze, fast schon See, dort. Jaja, man muss schon aufpassen! Die ein oder andere Socke ist da schon mal nass geworden.
Pyhä-Häkki besteht fast ausschließlich aus Fichten, und diese sind uralt. Mehr als 400 Jahre alt gelten eine Vielzahl an diesen Exemplaren! Warum auch uralte tote Bäume hier noch stehen, erkläre ich hier:
Und die Heidelbeeren, da muss ich gar nicht viel zu sagen… Der Waldboden ist voll damit! Und wie die schmecken! Davon hat Papa natürlich sofort Gebrauch gemacht. Und von den Pilzen natürlich. Die haben uns aber heute beim Frühstück doch nicht so geschmeckt. Die Pilze im Park sind eine weitere Bestätigung für den hohen Wert des Waldes. Die sogenannten Polyporenpilze, davon 70 verschiedene Arten, welche hier wachsen, machen ein drittel des gesamten Bestandes in Finnland aus. Dadurch wird das Gebiet als äußerst wertvoll eingestuft, was die höchste Klassifizierung ist. Wir wissen zwar nicht genau, welcher Pilz zu solch einer Art gehört, aber hier sind trotzdem ein paar Fotos:
In dem Wald stehen zwei ganz besondere Bäume, der „Vanha Iso Puu“ (Alter Großer Baum) und „Uusi Iso Puu“ (Neuer Großer Baum). Der alte ist im Jahr 1518 geboren und im Jahr 2004 abgestorben. Er ist ganze 26m hoch und hat einen auf Brusthöhe gemessenen Umfang von 288cm. Da er abgestorben ist, wurde ein neuer großer Baum zum ältesten des Nationalparks auserwählt. Dieser ist 24,5m hoch und hat einen Umfang von 220cm. Er wurde im Jahr 1641 geboren, und lebt bis zum heutigen Tag glücklich im Wald.
Wenn man so durch den Park läuft, fühlt man sich gleich wie in einem Märchenwald mit Elfen und Feen. Doch weder die, noch große Säugetiere gibt es hier. Nein, nicht einmal Elche. Nur ein paar kleine Krabbler und Vögel. Aber das war uns nicht so wichtig, denn die Stille war sehr beruhigend. Wie eine Gehmeditation.
Wie gesagt, besteht der Nationalpark nicht nur aus Wald, sondern auch aus Moor. Wenn man über die Holzplanken läuft, erstreckt sich vor einem ein großes Moorgebiet. Man fühlt sich durch diese Weite sehr frei und kann mal so richtig durchatmen! Das gesamte Moorgebiet war sogar mal größer, doch wurde früher einmal fast vollständig abgepumpt. Es fanden ab Mitte der 90er Jahre wieder Projekte statt, um den Großteil des Moores wiederherzustellen. Die Wichtigkeit dessen wird sehr oft unterschätzt! Das Wasser ist nämlich der perfekte CO2 Speicher, trägt also viel zum Umweltschutz bei. Auf dem Moos kann man sogar einige fleischfressende Pflanzen sehen, wenn man gute Augen hat. Die sind so winzig, man würde ohne die Infotafeln niemals wissen, dass hier welche wachsen, und wie sie aussehen.
Wir sind angekommen am See! Ein wunderschöner Steg führt direkt über das Wasser, und lädt mit zwei Bänken zum Verschnaufen ein. Was uns auch sehr positiv auffiel war die voll ausgestattete „Küche“ im Blockhaus. Streichhölzer, Holz, Herd, Ofen, Töpfe… Es fehlte an nichts! In einer Hütte daneben stand noch mehr gehacktes Holz zur Verfügung. Toiletten gab es auch. Neben den Tischen und Bänken hingen Infotafeln über den Park, die habe ich mir alle durchgelesen und kann euch jetzt viel davon erzählen!
Unsere Wanderung neigte sich langsam dem Ende zu. Wir liefen noch einmal durch etwas Wald und kamen an einem wunderschönen Bach und ein paar finnischen Kindergruppen vorbei.
Oben auf dem Parkplatz hat Papa noch ein bisschen POTA gefunkt, und ich habe mich fürs Loggen bereit erklärt. Ich muss da aber noch ganz schön üben, keine Ahnung wie man das alles raushören kann… Die Wanderung war sehr schön, definitiv die beste auf der ich jemals war! Wenn man in Finnland ist, muss man sich das einmal angesehen haben. Ich verspreche, man wird mindestens genauso begeistert sein. Ich freue mich auf die nächsten Tage! Kiitos ja ensi kertaan! (Danke und bis bald!)




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